beyond tellerrand 2013 Düsseldorf Capitol Theater

„Ist schon wieder ein Jahr vergangen?“ wird sich jetzt der eine oder andere sicherlich fragen, der diesen Blogeintrag zu dieser Konferenz hier liest. Die Antwort darauf: „Nein, die Konferenz wurde lediglich getauscht, deshalb fand die bt dieses Jahr bereits im Mai statt!“. Auch dieses Mal war wieder Florian Elischer von den digiparden vor Ort, um den Top-Speakern aus der Webdesign- und Frontend-Entwicklungs-Branche zu lauschen. Und es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Tolle Vorträge und jede Menge interessanter Kontakte mit anderen Teilnehmern.

 

beyondtellerrand Tag 1:

Jeremy Keith, Thema „beyond tellerrand“
Twitter: https://twitter.com/adactio
Jeremy ging als allererstes auf den deutschen Begriff „über den Tellerrand schauen ein“ und freute sich, dass er ihn soweit verstanden hatte. Sein Vortrag begann mit einem kleinen Abriss durch die Geschichte des Webs, seine Entstehung und Entwicklung bis hin zu echten „Design-Blüten“, die es in der ersten Version u.a. von Myspace zu bewundern gab. Gleichzeitig aber gab er zu bedenken, wie schnelllebig die Online-Welt war und ist. Oftmals werden nach nur wenigen Jahren Firmen aufgekauft oder ehemals beliebte Dienste abgeschaltet – so wie mit GeoCities geschehen. Und damit einher geht der Verlust von einem Teil des Webs, der unwiderruflich verloren ist. Um diese Schätze des Webs zu wahren, gibt es private Initiatoren wie www.archive.org oder www.indiewebcamp.org, die versuchen, die historische Entwicklung mit all seinen Facetten festzuhalten.
Zu guter Letzt gab er den Besuchern noch eine Botschaft mit auf den Weg: „Der Spirit des Webs muss erhalten bleiben. Das Internet bedeutet, dass jeder auf seine Art mitwirken kann und dass die Hürden niedrig gehalten werden müssen.“

Aaron Gustafson, Thema „Designing with Empathy“
Twitter: https://twitter.com/AaronGustafson
Vortrag: http://de.slideshare.net/AaronGustafson/designing-with-empathy-beyond-tellerrand-2013
Aaron brachte uns näher, was es heißt, mit Empathie zu gestalten. Design dient in erster Linie der Kommunikation. Das heißt, nicht das eigene Ego des Designers sollte im Mittelpunkt stehen, sondern die Bedürfnisse und Wünsche der Besucher einer Website. Dazu muss man diese kennen (Erstellung von Personas), Fragen stellen und sich in diese hineinversetzen. Gutes Design und User Experience gehen Hand in Hand. Damit dies gewährleistet werden kann, sollten Websites eine gute Accessability besitzen und nach der Methode „progressive enhancement“ erstellt werden. Darunter fällt z.B. die WAI-ARIA Erweiterung und dass eine Webseite nach Möglichkeit auch ohne Javascript wichtige Inhalte problemlos darstellt.

Kate Kiefer Lee, Thema „Find your Voice“
Twitter: https://twitter.com/katekiefer
Die attraktive Amerikanerin arbeitet bei MailChimp und ist dort für die Inhaltserstellung und -pflege verantwortlich. Ihr Hauptaugenmerk liegt hierbei darauf, den entsprechenden Ton bei der Kundenansprache zu treffen. Damit dies gelingt, muss man zum einen seine eigene Corporate Communication festlegen. Z.B. wie will man nach außen hin wahrgenommen werden? Zum anderen ist es unabdingbar, seine Interessenten und Kunden zu kennen. Festgehalten wird letztlich alles in einem „Voice and Tone Guide„, wie der von der Tuft’s University. In diesem können Mitarbeiter jederzeit nachlesen, worauf zu achten ist. Wie und wo darf man z.B. eine etwas saloppere Kundenansprache wählen und wann sollte das tunlichst vermieden werden. Als Beispiel führte Kate hier den Support-Bereich auf. Da der Kunde hier ohnehin unter Stress steht, weil etwas nicht wie gewünscht funktioniert, sollte auf eine flapsige Sprache verzichtet werden. Vor allem hierbei kommt es darauf an, dass man sich in die Gefühle des Kunden gut hineinversetzen kann.

Harry Roberts, Thema „Architecting Scalalbe CSS“
Twitter: https://twitter.com/csswizardry
Vortrag: https://speakerdeck.com/csswizardry/architecting-scalable-css-1
Harry arbeitet bei BSkyB (sky in DE) und ist u.a. der Autor des CSS frameworks „inuitcss“, welches auch bei den digiparden schon zum Einsatz kam. Bei seinem Vortrag stand ebenfalls die Praxis im Vordergrund. Er begann mit Beispielen aus seiner täglichen Arbeit, welche Struktur und Aufbau er beim Schreiben von CSS für sinnvoll erachtet. Grundsätzlich beginnt er mit der Struktur einer Seite (Grid-System/Layout), danach folgt die Anpassung für Komponenten und Module. Im nächsten Schritt fügt er die „Decoration“ hinzu, um den gewünschten Look & Feel einer Website zu erhalten. Zum Schluss folgen so genannte „Ornaments“, um den finalen Touch der Web-Oberfläche zu erzielen. Ebenfalls erwähnte er den sinnvollen Einsatz von CSS Preprocessors wie SASS/SCSS. Für alle, die das Thema tiefgehender interessiert, sei die URL www.smacss.com genannt.

James Victore, Thema „Your work is a Gift“
Twitter: https://twitter.com/JamesVictore
Wer James Victore bisher nicht kannte, dürfte nach seinem Auftritt auf der #btconf nun endlich wissen, welches „Show-Talent“ sich hinter diesem Namen verbirgt ;-) Er kann sich aber nicht nur hervorragend verkaufen, sondern zeigte auch eine Reihe seiner kreativen Arbeiten, die er zusammen mit seinen Kunden entwickelt und umgesetzt hat. Sobald das Video verfügbar ist, wird es hier verlinkt.

beyondtellerrand Tag 2:

Chris  Heilmann, Thema „Fixing the mobile web“
Twitter: https://twitter.com/codepo8
Screencast: https://www.youtube.com/watch?v=5D7_3Y1TCjk&feature=youtu.be&a http://icant.co.uk/talks/h5/fixing-the-mobile-web.html
http://www.youtube.com/watch?v=cEotlbeGTlw&feature=youtu.be
Florian durfte Chris das erste Mal live in Stuttgart erleben und wusste daher, dass auch er heitere Vorträge mit Tiefgang zum Besten geben konnte. Und so fing es auch an – mit einem Vergleich zwischen ihm und James Bond unter dem Motto „everybody deserves beautiful things“ – bezogen auf ein Polohemd, welches 007 im Film trug und jetzt auch er bei seinem Vortrag. Die Botschaft, die sich daraus für Webdeveloper ableitete: „Jeder sollte validen und schönen Code schreiben, der ihn mit Stolz erfüllt. Vorteil, dieser Code funktioniert in der Regel in jedem Device.“ Und somit waren wir auch schon beim eigentlichen Thema „mobiles Web“. Ein Dorn im Auge waren ihm die Ansätze, dass immer das iPhone im Mittelpunkt steht, wie damals der IE6. Andere mobile Geräte werden eher stiefmütterlich behandelt. Ein guter Frontend-Entwickler sollte diese Marotten tunlichst unterlassen. Der zweite Teil seines Auftritts umfasste das neue Firefox OS für mobile Geräte. Mozilla hat sich dabei zum Ziel gesetzt, Smartphones auch in Schwellenländern anbieten zu können, in denen die Menschen nicht 400 oder 500 Euro für ein solches Gerät übrig haben. Denn das Internet sollte für jedermann zugänglich sein. Auch wurde darauf geachtet, die Hürden möglichst gering zu halten. Das heißt, auf offene Standards zu setzen und auch keine Kreditkarte für Apps vorauszusetzen. Alles in allem ein interessanter und sinnvoller Ansatz, der hier verfolgt wird.

Brad Frost, Thema „Atomic Design“
Twitter: https://twitter.com/brad_frost
Vortrag: http://de.slideshare.net/bradfrostweb/atomic-design
Link: http://patternlab.bradfrostweb.com
Brad Frost hielt ebenfalls einen unterhaltsamen und informativen Vortrag mit dem Titel „Atomic Design“. Grundsätzlich findet er die zahllosen Frameworks und Patterns, wie z.B. Twitter Bootstrap, sinnvoll und hilfreich. Allerdings zwingen sie dem Entwickler/Designer mehr oder weniger ein vorgeschriebenes Design auf. Bevor Brad, mit viel Tamtam, patternlab als Problemlöser vorstellte, erklärte er zuerst sein Modell des „Atomic Design“. Dem „Atom“ entsprechen in der HTML Welt z.B. inputs, labels und buttons. Diese Elemente können nicht zerteilt werden. Danach folgen die „Moleküle“. Darunter versteht er das Styling der angesprochenen Bausteine. Anschließend folgen nun die „Organismen“, Elemente zusammengefügt als Suchformular oder Login-Form als wiederverwendbare Komponenten. Im Bereich „Template“ befinden sich nun verschiedene Organismengruppen, um dieses zu formen. Hier erkennt man schon, wie z.B. Inhaltselemente oder Footer und Header aussehen werden. Der Unterschied zur letzten Stufe besteht darin, dass man sich im Bereich der Wireframes bewegt und noch keine endgültigen Texte und Bilder verwendet.
Patternlabs dient letztlich als solide Ausgangsbasis bei der Erstellung von Modulen für Responsive Webdesign. Ein cooles Feature war hier das stufenlose hin- und herfahren der Seitenbreite. So findet man schnell die Stellen, die noch eines Breakpoints bedürfen. Jeder Frontend-Entwickler sollte sich die Seite mal anschauen!

Josh Brewer, Thema „Photoshop lies!“
Twitter: https://twitter.com/jbrewer
Singing: https://vine.co/v/bY71qquaZu5
Josh Brewer, Principal Designer bei Twitter, hatte seinen ganz eigenen Vortragsstil. Er war einfach so cool und sang diesen vor =) Hier gibt es schon mal einen kleinen Ausschnitt daraus, bis das eigentlich Video zur Verfügung steht http://www.youtube.com/watch?v=aNcVFSnCOiY&feature=youtu.be War auf jeden Fall top und unbedingt anschauen!

Elliot Jay Stocks, Thema „Dealing with the fallout“
Twitter: https://twitter.com/elliotjaystocks
„Responsive Web is hard – at the beginning!“, so die Kernaussage von Elliot Jay Stocks, Creative Director Adobe Typekit… und „ditch Photoshop!“  – wo arbeitet er nochmals? Ah, ok… Elliot brachte zum letzten Vortrag nochmals jede Menge Tipps für den Bereich RWD. Zudem verwies er auf einen Blog-Eintrag, in dem es genau um dieses Thema ging. Ein Unternehmen erklärt, warum es nichts von Responsive Webdesign hält https://gocardless.com/blog/unresponsive-design/. Auch stellte er „ein besseres Photoshop Grid für RWD“ vor, welches ganz hilfreich zu sein scheint. http://elliotjaystocks.com/blog/a-better-photoshop-grid-for-responsive-web-design/.

Und somit war auch schon die 3. beyondtellerrand vorbei – leider. Diese Konferenz kann jedem nur empfohlen werden, der sich im Bereich Webdesign und Frontend-Development bewegt und immer am aktuellen Geschehen und Entwicklungen teilhaben möchte. Man trifft jede Menge toller Leute aus den verschiedensten Ländern, mit denen man abends auch einmal ein Bierchen trinken gehen kann. Zu guter Letzt ein dickes Dankeschön an Marc Thiele und sein Team, für diese spitzen Konferenz – bis zum nächsten Jahr!

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